City

Photo Credits: Matthias Ripp

Ist eine smarte Stadt effizient und nachhaltig, oder ermöglicht sie chaotische Anonymität und persönliche Freiheit? Und schließt das eine Ziel das andere überhaupt aus? Für die einen ist die moderne Stadt eine menschengemachte Open Source-Produktion, für die anderen Absatzmarkt, für Dritte wiederum Symbol für öffentliche Teilhabe.

Im Track „City“ beleuchten wir die Auswirkungen der Digitalisierung auf Städte und wollen diskutieren, wie genau die lebenswerten Städte der Zukunft aussehen. Was genau bedeutet eine zunehmende digitale Vernetzung des urbanen Raums für die Bewohner*innen einer Stadt? Gibt es durch die sensorenbestückten, sich selbst abschaltenden Straßenlaternen nun Zugewinn an Nachhaltigkeit oder doch eher einen Verlust des anonymen Stadtraums? Von Sidewalk Labs in Toronto über Amazon in New York bis zum Google Campus in Berlin: Wir diskutieren, ob der Widerstand gegen den Einfluss von Big Tech in den Städten Rückschlüsse auf eine global wachsende Abwehrhaltung von Plattformkapitalismus und Städteplanung aus privater Hand zulässt oder ob dies lediglich Sonderphänomene sind. Wir fragen uns, ob eine smarte Stadt besser von lokalen Regierungen und Bürger*innen gestaltet oder doch effizienter durch Algorithmen gesteuert wird. Oder ist eine Mischung aus beidem die beste Lösung? Wir überlegen, welche analogen Stadt- und Begegnungsräume wir überhaupt in einer digitalen Gesellschaft benötigen und wie diese aussehen können. Welches Potenzial steckt in durchdachter Architektur? Wie viel Park braucht Mensch und welche Arten der Beförderung sind einer lebenswerten Stadt angemessen? Was passiert eigentlich außerhalb unserer Städte – liegen die „Future Cities“ auf dem Land? Wie wirkt sich Urbanisierung aus und was hat es mit der „Landflucht“ auf sich in Zeiten ruraler Gigafactories?
Schließlich gehen wir der Frage nach: Was kommt nach der smarten Stadt?

Von Mieten über öffentliche Räume hin zu klimaresilienten Städten: diese Debatten werden nicht nur von Technerds, Mobiltätsforscher*innen oder Stadtplaner*innen besprochen, sondern durch die Beteiligung vielfältiger Akteure – denn lernen können wir bei der Analyse der Stadt von fast allen Disziplinen. Wir freuen uns auf eure kritischen, kreativen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Beiträge für diesen Track.